Neues Kleid für unser Kanadahaus…

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass wir den Außen-Look unseres kanadischen Blockhauses komplett verändern? Nach sieben Jahren Western-Look (also braun, oder holzfarben oder wie auch immer) haben wir uns gedacht: Jetzt ist Ostkanada mal dran – oder besser: Atlantikkanada. Jeder, der schon mal da war, kennt den Charme der kleinen Fischerorte (ich sag’ nur Peggy’s Cove lässt grüßen) mit ihren bunten Holzhäuschen. Die dominierende Farbe ist natürlich dieses Dunkelrot, das fast schon ein bisschen ins Bräunliche geht.

Das ist typisch Ostkanada – irgendwo kann man natürlich auch von “skandinavisch” sprechen, aber ist ja auch klar: ein nicht unbeträchtlicher Teil der ursprünglichen Siedler waren ja Skandinavier. Und von dem Einfluss der Wikinger in der Besiedlung Neufundlands will ich gar nicht erst anfangen. Eigentlich will ich ja auch nur darüber berichten, wie unser Bürohaus demnächst aussieht…. Echt schwierig war es, eine gute Farbe zu finden, die auch wirklich witterungsbeständig ist. Der ganze Baumarktkram ist Kernschrott. Im Internet hab’ ich schließlich einen Shop gefunden, der mit schwedischen Farben handelt, die gar nicht im Baumarkt erhältlich sind. Hab’ mich lange informiert und war schließlich überzeugt und hab’ für fast 2000 Euro zugeschlagen. Und die Farbe ist echt super. Ljusrod oder so heißt sie und ist eben genau so ein typisch ostkanadisches (meinetwegen auch skandinavisches) dunkles Rot. Und sehr dickflüssig, also nicht so verwässert, wie alles, was man im Baumarkt bekommt, selbst wenn es dort “Wetterfarbe” heißt…

Aber was jetzt mit der alten Farbe auf dem Haus? Eigentlich abschleifen, aber das geht ja gar nicht. Da bräuchte man ja eine ganze Mannschaft und viel, viel Zeit für. Und dann der Lärm – wie soll man dabei noch arbeiten??!! Aber wir fanden eine echt individuelle Lösung: Wir haben ein Sandstrahlunternehmen beauftragt, die alte Farbe “runterzustrahlen” – nicht per Sandstrahl, sondern mit Trockeneis. Das schädigt das Holz nicht so und drückt auch kein Wasser in die Fassade. Fanden wir super, die Idee. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Echt spitze. Fast wieder so, wie als das Haus gebaut wurde. Das war ja damals auch schon ein echtes Happening, als die beiden großen Übersee-Container aus Kanada hier im kleinen Senden-Bösensell bei Münster ankamen (Ja, wir haben das Haus in 2002 auf Cape Breton Island gekauft bzw. dort konstruieren lassen, bevor es dann ins Münsterland verschifft wurde!). Jedenfalls waren wir damals Dorfgespräch und hatten immer ausreichend Zuschauer auf der Baustelle…

Und jetzt ist es fast noch lustiger. Der Systemanstrich, für den wir uns entschieden haben, erfordert nach einer Ölgrundierung, das Auftragen einer Haftgrundfarbe. Die ist weiß. Und jetzt denken alle, die  zu uns kommen oder hier vorbeispazieren, wir würden das Holzhaus komplett weiß streichen. Die Kommentare sind weltklasse: “Mein Gott, das werden die aber bitter bereuen…” oder “Wird das jetzt ‘ne Arztpraxis?” Tja, wartet’s ab, kann ich da nur sagen.

Hier mal ein Bild vom “Haftgrundstatus” (von der “Arztpraxis”  ). Mal so zwischendurch. Ich melde mich dann wieder mit dem Endergebnis…

SK-Holzhaus mit weißem Haftgrund....

SK-Holzhaus mit weißem Haftgrund....

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